Die Evangelische Jungenschaft HORTE und der Allenspacher Hof

Lage und Historie

Der Allenspacher Hof liegt auf 900 m Höhe auf dem „Vorderen Heuberg“ der Schwäbischen Alb im Landkreis Tuttlingen, Gemeinde Böttingen und ist der Rest des abgegangenen Dörfleins Allenspach. Es war einst ein eigenständiges kleines Gemeinwesen und wurde im Jahre 1253 erstmals urkundlich erwähnt. Von 1409 bis 1806 gehörte Allenspach zur Herrschaft Mühlheim an der Donau, dem reichsritterschaftlichen Territorium der Freiherren von Enzberg, bzw. deren österreichischem Lehen.
In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges erfolgte der Untergang des Dorfes Allenspach durch "Verwahrlosung" d.h. das Dorf wurde von seinen Bewohnern aufgegeben, und die Gebäude zerfielen im Laufe der Jahre. Übrig geblieben ist der Allenspacher Hof auch "Schäferhof" genannt. Geschichtlich hatte Allenspach immer eine enge Verbindung mit dem nahen Böttingen, und ist heute ein Teil dieser Gemeinde.

 

Wie die HORTE zum Allenspacher Hof kam

In der Anfangszeit des Bestehens der HORTE hatte man immer wieder die Idee von der eigenen Bleibe. Man träumte von einer Burg, und hatte auch verschiedene Projekte im Auge. Doch die Burg-Träume konnten, vorwiegend aus finanziellen Gründen, nicht verwirklicht werden, und man wurde deshalb realistischer:
Im Herbst 1962 stieß eine kleine Fahrtengruppe bei einer Wanderung auf der Südwestalb auf den Allenspacher Hof. Nachdem eine lange Zeit der Träume, des Suchens und der Enttäuschungen vorüber war, erinnerte man sich Anfang 1966 wieder daran und begann mit dem Eigentümer des Hofes, der Gemeinde Böttingen, zu verhandeln und einen Mietvertrag abzuschließen.

Anfänge des Bauens

Das "Unternehmen Allenspacher Hof" wäre sicher nicht durchgeführt worden, ohne Wasa, den ersten und langjährigen Bundesführer der HORTE. Seinem Einsatz, seiner Zielstrebigkeit und seiner Fähigkeit den Bund zu motivieren und zu begeistern, ist zu verdanken, dass es den einst heruntergekommenen Allenspacher Hof in seinem heutigen Zustand gibt! Unzählige Schwierigkeiten, finanzielle Probleme und Enttäuschungen haben Wasa nicht davon abbringen lassen, die Idee zu verfolgen, ein zur HORTE passendes Domizil zu schaffen. Im Sommer 1966 wurde der ehemalige Wohnteil des "Schäferhofes" ausgebaut und eine Wasserversorgung installiert.

 

Ausbau der Scheuer

Nachdem der Wohnteil des Hofes ausgebaut war, wurde im Jahre 1969 mit dem Ausbau der Scheuer begonnen. Alles erforderte einen für die Verhältnisse der HORTE enormen Geld- und Zeitaufwand, zumal es notwendig wurde, das komplette Dach neu einzudecken (5.500 Dachziegel, 2 km Dachlatten und ein 11 Meter hoher Schornstein). Bis heute wurden unzählige Baumaßnahmen am und im Hof durchgeführt. Und das Bauen nimmt kein Ende...

 

Überbündisches Treffen Pfingsten 1977

Die "68er-Unruhen", welche in die Jugendbünde bis weit in die 70er-Jahre hinein noch nachwirkten, hatten eine jahrelange Lähmung, auch überbündischer Aktivitäten, zur Folge. Doch Ende des Jahres 1975 wurde eine große Idee geboren: Die HORTE und der Nerother Wandervogel beschlossen zu einem großen Lager mit Bünden aus ganz Deutschland aufzurufen! Und die HORTE, einer der kleinsten Bünde, sollte dieses ausrichten! Anfangs rechnete man mit ca. 1.000 Teilnehmern. Doch bald stellte sich heraus, dass dies weit übertroffen werden sollte. Am Ende waren es ca. 3.700 Teilnehmer aus über 50 Bünden, mit 520 Kohten und 80 Jurten. Ein Lager auf nahezu 1 km Länge. Bündische Faszination auf Allenspach!

Frohe Feste ...und der drohende Verlust

Neben bauen und arbeiten wurden und werden auch tolle Feste gefeiert: Im Jahre 1968 wurde das 1. Hoffest gefeiert. Eingeladen waren die Einwohner vom nahen Dorf Böttingen, und in den späteren Jahren auch die der umliegenden Dörfer. Nahezu 25 Hoffeste mit teilweise bis zu 1000 Besuchern waren jahrelang der Fest-Hit auf dem Heuberg. Doch plötzlich wurde deutlich, wie gefährdet "unser Besitz" Allenspacher Hof ist: Im Herbst 1986 erfuhr man von den Planungen eines Golfplatzes auf dem Hofgelände unter Einbeziehung des Hofes. Drei Jahre dauerte die Ungewissheit. Drei Jahre hoffen und bangen! Glücklicherweise ging Allenspach für die HORTE nicht verloren!

Der Allenspacher Hof ist für uns ein Ort der Begegnung, aber auch die Möglichkeit sich aus dem hektischen Alltag zurückzuziehen und die Stille mit ihrer herrlichen Umgebung zu genießen. Das einstige Dörflein Allenspach existiert nicht mehr. Aber auf Allenspach ist wieder Leben! So soll es auch weiterhin sein. Wir fühlen uns auf dem Allenspacher Hof, in Böttingen und auf dem Heuberg zuhause!

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